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Der Dorschfischer von den Lofoten

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Das Netz

Kräfteraubende und traditionsverbundene Lebensreisen, stets wiederkehrend zum Ausgangspunkt in seiner eigenen Welt: 51 Jahre lang fuhr Petter Steffensen auf das Meer vor den Lofoten, um ihm Dorsche abzuringen. Mit seinem Holzboot Breisund durchlebte und ertrug er manchen Wintersturm in nordnorwegischen Gewässern. Bei Frühlingswetter macht er sich nun zusammen mit seinem Sohn Nils-Petter auf zu seiner letzten Fahrt als kommerzieller Fischer.

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Jahr für Jahr von Januar bis April ist die nordnorwegische Inselgruppe der Lofoten Schauplatz für die Dorschfischerei.
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Hochglanzpostkartenkitsch: Tiefblauer Himmel, gleissendweiss verschneit die steil aus dem Wasser emporstrebenden Felsen, spiegelglatt das Meer. Auf der Insel Hamnøy finden dicht gedrängt nur einige Wohnhäuser, Touristenbungalows und Fischerhütten Platz. Am Pier der Fischfabrik liegen weiss lackierte Boote. Auch die Breisund. Zwei Männer klettern auf ihr herum. Das Schiff sticht bald in See. Die Skrei, wie die Norweger den Raubfisch nennen, sind gekommen, wie jedes Jahr, um vor den Lofoten zu laichen. Aus der Barentssee sind sie hergeschwommen, um das Nordkap herum, tausend Kilometer weit, getrieben von einem stillen Ruf, verankert in den Genen, von Generation zu Generation weiter vererbt. Der Golfstrom erwärmt die Gewässer vor der nordnorwegischen Inselgruppe um einige Grad. Ideale Temperaturen für die Jungfische, die sich aus den Rogen entwickeln werden. Ein Weibchen kann mehrere Millionen Eier legen. Über einen Meter lang wird ein ausgewachsenes Tier. Darauf haben die Lofotfischer gewartet. Petter und sein Sohn Nils-Petter ordnen wortlos die Netze. Ein gut koordiniertes und eingespieltes Team. Ohne sich zu verheddern, müssen die Netze später bei voller Fahrt vom Boot in das Meer gleiten. Jetzt entscheidet sich, ob das später gelingt. Jeder Handgriff sitzt.  

Petter steht in der engen Kabine, dreht am Schlüssel, der Diesel reagiert mit einem ersten Ruck, dann vibrieren die Holzplanken, die Glasscheiben zittern, die Nadel des Drehzahlmessers bleibt bei der Zahl 200 stehen, der Motor dröhnt monoton. Die Breisund verlässt gemächlich den geschützten Hafen. «Die Wellen können schon ganz schön hoch werden», sagt Petter. Auch nach so vielen Jahren auf See schwingt tiefe Ehrfurcht in seiner Stimme mit. Und Dank, dass er das Schiff in allen durchlebten Stürmen heil wieder nach Hause gebracht hat. Jedes Jahr lassen einige nordnorwegische Fischer in den Fluten ihr Leben. Meterhoch können sich die Wellen türmen, wenn der Südwind in den Vestfjord bläst, die Wassermassen in die Meerenge zwischen die Lofoten und dem Festland drückt. Oft fahren die Fischer in der Dunkelheit hinaus, kommen in der Dunkelheit zurück, während der Wintermonate steigt die Sonne nicht mehr über den Horizont. 300 Kilometer nördlich des Polarkreises dauert die Dämmerung einige Stunden um die Mittagszeit. Am 1. Januar beginnt die Fischereisaison und endet je nach Wanderung der Dorsche Mitte April. Jetzt dauert die Dämmerung ebenfalls einige Stunden – rund um Mitternacht. Die Sonne scheint Anfang April bereits 15 Stunden am Tag, gutes Wetter vorausgesetzt. Petter ist vergnügt. Wellenlos und mit der Sonne über dem Stahlmasten ist die Arbeit deutlich einfacher. Die Breisund stampft unter der Betonbrücke von Hamnøy, Nils-Petter steht am Steuer und zündet sich eine Zigarette an. Vor dem Schiff liegt horizontbreit das Meer, zuhinterst erheben sich die Berge des norwegischen Festlandes wie die Spitzen auf einem Streuselkuchen.










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10'000 Fischer fahren heute vor den Lofoten auf Dorschfang.
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Die Netze werden über dem Grund aufgespannt. Die Dorsche verheddern sich darin.
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Die mit Fahnen markierten Bojen lassen die Fischer ihr Netz im Wasser wiederfinden.
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Die Fahrt zum Arbeitsplatz dauert heute 20 Minuten. Das war nicht immer so. «Anfang des Jahres fischten wir drei Tagesreisen von hier in der Nordkapregion. Wir müssen dorthin, wo die Fische sind», sagt Petter. Er und sein Sohn folgen den Fischschwärmen , die tief unter ihrem Kiel schwimmen. Jährlich werden die Quoten für jedes Schiff festgelegt. Damit verhindert der Staat die Überfischung - erfolgreich. Die Bestände vor den norwegischen Küsten haben sich anders als in Neufundland, vor Westgrönland und in der Ostsee seit den 90er-Jahren stetig erholt. Der Preis für den Dorsch sinkt. «Wir erhalten derzeit 11 Kronen und 25 Øre für ein Kilogramm Fisch.» Das sind umgerechnet 1,40 Euro. Fisch, der später für den mehr als zehnfachen Preis in der Auslage der Fischtheke liegen wird. Doch Petter will nicht klagen. Unzählige Leuchtpunkte flimmern rot, gelb und orange auf dem Bildschirm des Echolots, ein abstraktes Abbild der Millionen von Fischen in 60 Metern Tiefe. Hier legen Petter und sein Sohn ihre Netze aus. Nils-Petter manövriert das Boot, Petter wirft die erste Markierungsboje ins Wasser. Zwei Seile verschwinden im Meer. Das eine ist mit Blei versetzt und sinkt auf den Meeresboden. Am anderen hängen in einigen Metern Abstand Kunststoffringe, die für Auftrieb sorgen. Dazwischen liegt das Netz: starke Nylonschnüre, verknüpft alle zehn Zentimeter, abertausende von Maschen, wie eine Barriere im Meer, hunderte Meter lang. Das Meer verschluckt das Netz. 24 Stunden hängt es nun im Wasser.

Petter ist stolz auf seine Breisund. «1972 hat sie mein Vater in einer norwegischen Werft bauen lassen. Wir haben sie nie mit hydraulischen Anlagen nachgerüstet.» Er hat sich für seine Muskelkraft entschieden und gegen die Investitionen in Motoren, Zylinder und Schläuche. Nur die vom Dieselmotor angetriebene Winde zieht das Netz wieder an Bord. Viel Handarbeit, kräfteraubend, gefährlich, schweisstreibend unter den wasserdichten Anzügen aus dickem Kunststoff. Ob sein Sohn die Breisund übernehmen will oder sich auf einem moderneren Schiff einkauft, ist noch nicht entschieden. Petter steht am Steuerrad. Aus dem Lautsprecher des Funkgerätes dringen blechern klingende Stimmen. Fischer unterhalten sich über den Fang, gute Plätze, den Dieselpreis, das Wochenendhaus, die Winterreifen, das Wetter, die Ausrüstung, über die neue Freundin des Kumpels. Petter ist still und strahlt über das ganze Gesicht. Er steuert in Richtung der imposanten Felskulisse der Lofoten. Hier gehört er hin, hier ist er zuhause, hier ist seine unendliche kleine Welt. Die Netze sind ausgelegt, die Arbeit ist getan. Nun werden sich einige Dorsche in den Fäden verfangen. Morgen wird er mit seinem Sohn die Netze wieder einholen. Wie immer. Und doch nicht. Mit dem morgigen Fang ist die Jahresquote erreicht, morgen geht die Fangsaison zu Ende, morgen geht Petters Berufsleben zu Ende.













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Der Fang

Die Gischt spritzt in die Kapuze und macht sich unter der wasserdichten Kleidung breit. Die Muskeln sind angespannt. Der Puls geht schneller. Hochkonzentrierte Handgriffe auf dem schaukelnden Arbeitsplatz im Polarmeer. Hart verdientes Geld, Monotonie vor romantischer Kulisse. Die Motorwinde zieht den Fang an Bord, der Einkommen für ein ganzes Jahr bedeutet.  
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Im Nordatlantik und in der Barentssee fangen die Fischer aus Norwegen, Island und Russland Jahr für Jahr eine Million Tonnen Dorsch. Vier Mal weniger als 1968.
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51 Jahre lang war Petter auf dem Meer.












 















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Nils-Petter übernimmt Boot und Fangquote
von seinem Vater.
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Die Wellen klatschen alle zehn Sekunden an das handbreitdicke Holz am Bug, lassen das Schiff im Takt erzittern, die dunklen Wasserberge zerfallen in Millionen von emporschiessenden Tropfen, die in der Frühmorgensonne glitzern. Über Nacht hat der Wind aufgefrischt. Der Vestfjord ist bewegt. Petter steuert das Schiff in stoischer Ruhe zu den tags zuvor ausgeworfenen Bojen. Die farbigen Fähnchen stehen im Wind. Der Schnee auf den Bergen leuchtet orange. Was wohl in den Netzen hängt? Anspannung legt sich über das Schiff.  

Nils-Petter greift sich mit einer meterlangen Stange die erste Boje und schwingt die beiden Seile um die Winde. Der Motor dröhnt, das Boot legt sich leicht zur Seite, die Seile spannen sich, Meter um Meter kommen sie aus dem Wasser. Petter beugt sich über die Reling und schaut gespannt in die Tiefe, wo er nichts sieht ausser dunkelblauem und weiss aufgeschäumtem Polarmeerwasser. Noch eine Umdrehung der Winde, und noch eine. Die Dieselmotorkraft dosiert Petter mit den Fingerspitzen. Eine millimeterkurze Bewegung am Knauf der Steuerung. Die Seile sind musikinstrumentensaitenstark gespannt. Plötzlich tauchen die ersten Nylonfäden auf, werden zu einem verquirlten und verdrehten Netz. Darin ein Dorsch. Ein zweiter. Da drei nah nebeneinander. Dutzende steigen aus dem Wasser, hunderte sind im Netz verfangen.  














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Schwere Brocken von bis zu 20 Kilogramm gehen ins Netz. Dorsche fressen Krebstiere, Muscheln und kleine Fische.
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Kurz nach dem Fang schneiden die Fischer den Dorschen durch die Kiemen.
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Die Nylonfäden halten die Leiber umschlungen und verhindern jeden letzten Fluchtversuch. Das Schiff tanzt gleichförmig auf dem Wasser, bewegungseingeschränkt vom schwer im Meer hängenden Netz, dessen Inhalt sich Dorsch für Dorsch wie in Zeitlupe in das Schiff ergiesst. Ihrem Lebensraum entrissen bäumen sich die todgeweihten Fische nur kurz auf, wenn die Fischer ihre spitzen Haken in die Leiber drücken und die Dorsche aus dem Netz ziehen, zerren, drehen und winden. Emotionslos mechanisch ausgeführte Arbeit. Die Klinge verschwindet hinter dem Kopf, der scharfe Chromstahl wird bis zur Wirbelsäule gedrückt, das Herz pumpt das verbleibende Blut aus dem Körper. Der tote Fisch zuckt. Letzte Impulse aus den durchtrennten Nervenbahnen regen das Muskelfleisch an. Zwischen fünf und zwanzig Kilogramm wiegen die Fische. Keine Hochseeromantik, einfach hartes Berufsfischerleben. Die Gischt wäscht das Dorschblut von den Kleidern. Petter und Nils-Petter werfen einander laute Befehle zu. Angespannte Konzentration. Ein falscher Tritt, eine unerwartetes Schlingern des Schiffes, eine Unachtsamkeit könnte sich verheerend auswirken. Keine Rettungsweste am Oberkörper. Kein Lächeln und kein Lied auf den Lippen. Nur routinierte Bewegungsabläufe. Das Netz scheint endlos lang, der Reichtum des Meeres unerschöpflich.  

Der Horizont schaukelt. Die Berge tanzen auf und ab. Die Netze sind an Bord. Petter umklammert mit beiden Händen die Reling, steht breitbeinig auf dem Holzboden, schaut nach Hause. Er lächelt. Der Dieselmotor stampft vertraut, die Luft über dem Kamin flimmert, Möven kreisen hoch über dem Schiff, gemächlich kommen die verschneiten Felswände näher.   












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Dreizehenmöven kämpfen um die Fischabfälle, die über Bord gehen.












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Die Fischfabrik

Nach der Rückkehr in den Hafen ist die Arbeit nicht zu Ende. Fangfrisch verarbeiten die Fischer ihre Dorsche, entnehmen die Innereien, trennen die Köpfe ab. Der feste Boden unter den Füssen scheint nach dem Meeresritt sanft zu schaukeln. Das Tagewerk der Fischer ist vollbracht. Die nordnorwegische Meeresluft trocknet das Dorschfleisch während vier Monaten zu bretthartem Stockfisch.  
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Fünf Tonnen Dorsch liegen schwer im Bauch. Petter dreht sachte am Steuerrad, zieht einen Hebel. Der Dieselmotor faucht kurz auf, schwarzer Rauch drückt aus dem Kamin und strömt hoch in die Winterluft. Das Wasser am Heck des Schiffes sprudelt. Die Breisund legt am Holzpier an, drückt sich in die Reifen, die heftig quitschen. Nils-Petter steht an der Reling, greift eine Sprosse der Leiter, klettert an Land und vertäut das Schiff.  

Für Vater und Sohn ist der Arbeitstag noch nicht zu Ende. In der Fischfabrik von Hamnøy entfernen sie die Innereien, erhalten dafür einige Kronen mehr. Nils-Petter steht mit seinem Messer bereit, greift nach einer Flosse, wuchtet den Leib in die Höhe, drückt die Klinge zwischen die Kiemen, schlitzt von innen die Bauchhaut auf, greift mit seinen Gummihandschuhen in die Innereien, wirft diese in einen weissen Kunsstoffbottich, trennt den Kopf ab, schleudert diesen in einen zweiten Behälter, befördert den ausgenommenen Fisch schliesslich in die Wanne, greift nach einer weiteren Flosse. Zehn Sekunden braucht er für einen Dorsch. Immer gleiche Bewegungsabläufe. Fisch für Fisch. Stunde um Stunde. Tonne um Tonne. Die Gleichförmigkeit der Arbeit wird nur durch das Fauchen des Gabelstaplers unterbrochen, der die vollen Wannen holt, leere bringt.










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Nach der Arbeit auf See verarbeiten die Fischer ihren Fang in der Fabrik.


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Leber, Gedärme, Mägen, Herz, Rogen - Blut spritzt. Millimeter um Millimeter steigt der Pegel im Kunststoffbehälter mit jedem verarbeiteten Dorsch. Die Innereien fliessen später zurück ins Meer. Schnecken, Seesterne und Krabben werden sich darin suhlen. Die Fischköpfe reisen nach Afrika, werden dort zu nahrhafter Suppe verarbeitet. Die drei Fischer sind müde. Nur selten kommt ein Witz oder ein Fluch über die Lippen. Der Arbeitstag dauert acht lange Stunden. Blut klebt an den gelben Schürzen, läuft zähflüssig Richtung Gummistiefel, erstarrt. Das Kreischen der Dreizehenmöven, die draussen über dem Wellblechdach fliegen, dringt in die Halle.  

Männer der Fischfabrik holen die tonnenschweren Kunststoffwannen mit einem Traktor ab und fahren mit den beladenen Anhängern zu den Holzgestellen, die überall auf den Inseln verteilt sind. Ein pittoreskes Bild, all die aufgeknüpften Dorschleiber in Reih und Glied. Die austrocknenden Fische führen manchmal zu abrupten Bremsmanövern, die schmalen Strassen werden kurzfristig zum Parkplatz von entzückten Touristen, die das Fotomotiv digital festhalten, fasziniert und abgestossen zugleich. Freiwillig bleibt niemand lange. Die Fischleiber verbreiten einen penetranten Duft. Gelbe Kugeln formen sich am Ende des Fleisches. Die Fetttropfen fallen schliesslich auf den Boden. Der Dorsch hängt am Holzgestell, an den Schwanzflossen zusammengebunden, schaukelnd in der trockenen Meeresluft der Lofoten. Gleichförmig wie im Schwarm wogen die erstarrten Körper im Wind. Ein gefundenes Fressen für Möven. Sie verzehren rund fünf Prozent des Fanges. Über die Monate wird das Fleisch bretthart. Das Salz entzieht die Feuchtigkeit.        

























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Vater und Sohn schneiden die Innereien heraus.
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Die Köpfe werden an Holzgestellen getrocknet und nach Afrika exportiert, wo sie zu nahrhafter Fischsuppe verarbeitet werden.
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Dorsch ist einer der wichtigsten Seefische. Weltweit ist der Bestand wegen Überfischung gefährdet. In der Nordsee und im Nordostatlantik werden inzwischen über 60 Prozent der Bestände nachhaltig befischt.
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An Holzgestellen trocknen die Fische vier Monate lang in der Meeresluft.

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Einige der Angelhaken und Leinen stecken noch im Fischfleisch.
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Der Dorsch verliert während des Trocknungsprozesses
70 Prozent seines Gewichtes.

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Tørrfisk, Stoccafisso, Bacalao, Bacalhau. So wird der Stockfisch in Norwegen, Italien, Spanien und Portugal genannt. Ragno, Westre Magro, Grand Premier, Lub, Bremer, Hollender, Westre Courant, Westre Ancona, Westre Piccolo heissen die Sorten der besten Qualität. Der Stockfisch wird in 20 Qualitätsklassen unterteilt. Über vier Monate trocknet der Fisch, wird so ungekühlt über Jahre haltbar. Das war bereits im Mittelalter bekannt. Eingelegt in Salzwasser erhält der Stockfisch innerhalb einiger Tage seine ursprüngliche Konsistenz zurück. Früher ein Armeleute-Essen. Aus Spanien und Portugal segelte der Fisch einige Jahrhunderte lang in die Welt, als Nahrung für die Mannschaft während ihrer monatelangen Reisen auf hoher See. Für Nordnorwegen und seine Fischer bedeutete das Reichtum. Die Rezepte sind über die Jahrhunderte erhalten geblieben, zu einer Tradition geworden. Stolz führen auch die Fischer ihre Tradition fort, die in kleinen Booten zu Beginn jeden Jahres in den Nordatlantik fahren, Tag für Tag, durchgeschaukelt, ringen sie der Tiefe ihren Schatz ab.  

Petter hat die letzte Dorschsaison seines langen Arbeitslebens beendet. 51 Jahre lang ist er hinausgefahren. Heute ist er mit fünf Tonnen zurückgekehrt. «Das war einer der besten Tage dieser Saison.» Sein letzter Fang. Er lächelt. «Nun ist es genug.» Und doch wirkt er mit diesen wenigen Worten, die das Ende seines Berufslebens umschreiben, wenig überzeugend. Mit seiner Breisund wird er im Sommer wieder hinausfahren, die Angelhaken am hunderte Meter langen Seil bestückt mit Makrelenfleisch als Köder für den Heilbutt. Seine Arbeit hat er nach 51 Jahren beendet. Seine Berufung zieht ihn immer wieder hinaus, solange seine Kraft reichen wird. «Mein Grossvater fuhr hinaus, mein Vater war Fischer. Nun tritt mein Sohn Nils-Petter in meine Fussstapfen. Sein Sohn ist acht Monate alt. Vielleicht wird er unsere Tradition fortsetzen.» Ein hoffnungsfrohes Lächeln huscht über Petters Gesicht. Dann werden die Züge wieder ernst und sein Blick scheint in der Unendlichkeit des Meeres zu versinken.     










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Text, Foto, Video, Konzept, Schnitt: Robert Hansen
Inspiration, Redaktion: Renée Hansen
Sprecher: Till Gossmann

Kontakt: kontakt@roberthansen.ch

© Robert Hansen, Lofoten, Norwegen 2015

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