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Einstieg

Im Kloster Fahr am Stadtrand von Zürich werden bis heute nach alter Tradition in feinster Handarbeit Textilien für den Kirchenraum und den kirchlichen Dienst hergestellt - sogenannte Paramente. Die Farben sind betörend, das Design wirkt zeitlos schlicht. Sechs Nonnen und vier externe Mitarbeiterinnen weben und nähen schweigend an himmlischen Gewändern.

Erfahren Sie hautnah, wie ein Gewand entsteht.















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Die Weberei

Lange bevor ein Webstuhl zu rattern beginnt, lädt Priska Schmid, die Leiterin der Paramentenwerkstatt, die Kundschaft zu einer persönlichen Beratung ins Kloster ein. Gemeinsam werden Materialien, Form und Farben des Gewandes bestimmt. Den Faden lässt das Kloster Fahr in einer Spinnerei im Jura herstellen und in einer Färberei in der Schweiz einfärben.
Die Herstellung eines Gewandes in der Weberei erfolgt über mehrere Tage. Die Weberinnen unterbrechen immer wieder ihre Arbeit, da auch Spulen hergestellt werden müssen. Zudem ist das Weben am grossen Webstuhl sehr streng, da macht es Sinn, andere Arbeiten parallel auszuführen.
Der Webstuhl wird für mehrere Gewänder eingerichtet. Ein Messgewand hat 3600 Fäden in Schappeseide in der Kette (Längsrichtung), im Schuss (quer) sind es 3325 Fäden in Haspelseide plus 3325 Fäden in Wolle/Mohair, abwechselnd eingetragen - dies gibt dem Stoff den wunderbaren Fall und eine hervorragende Qualität. Das Einrichten des grossen Webstuhles für 20 Gewänder dauert rund eine Arbeitswoche. Das Einrichten des kleinen Webstuhls für drei bis fünf Stolen dauert fünf Stunden.















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Schwester Daniela spult von Hand den Faden auf das Schiffchen.



















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In der Weberei im Dachgeschoss arbeitet Schwester Bernadette am grossen Webstuhl. Sie ist über 80 Jahre alt und verbringt noch immer täglich mehrere Stunden mit Weben.

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Pro Faden ein Schuss: Für ein Messgewand jagt das Schiffchen rund 6650-mal hin und her.

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Die Arbeit am Webstuhl erfordert höchste Konzentration. Normalerweise trägt Schwester Bernadette einen Hörschutz.

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Die Benediktinerinnen folgen der Regula Benedicti (Benediktsregel) aus dem 6. Jahrhundert sowie dem Grundsatz Ora et labora! - Bete und arbeite! Sie arbeiten schweigend und sprechen nur, wenn es für ihren Auftrag nötig ist. Ihre Arbeit wird regelmässig von Gebetszeiten unterbrochen.


















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Die Handweberin Anna-Lea Witmer freut sich über die hohe Wertschätzung, die das Klosterhandwerk noch heute geniesst.

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Anna-Lea Witmer arbeitet am kleinen Webstuhl an einer Stola. Das Schiffchen wird von Hand rund 3300-mal hin- und hergeschoben. Der Weg ist sehr kurz, da die Stola meist nur 10 cm breit ist. Anna-Lea Witmer arbeitet seit zwei Jahren im Kloster Fahr. Sie hat das Handweben beim Schweizer Heimatwerk gelernt.

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Das Nähatelier

Im Nähatelier entsteht aus dem Stoff das Gewand. Bevor die Schneiderin den Stoff anhand des Schnittmusters zurechtschneidet und mit der Nähmaschine, teils auch von Hand, näht, muss der Stoff «ausgerüstet» werden, um seine Qualität zu entfalten: In einer Zeitspanne von mehreren Stunden wird er wiederholt mit Dampf und Wasser behandelt.




















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Die Schneiderin Maja Schmid beim «Ausrüsten» des Stoffes an der Dampfbügelanlage. Sie ist pensioniert und arbeitet seit sieben Jahren als Freiwillige in der Paramentenwerkstatt mit. Sie legt Hand an, wo immer sie kann.

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Die Modedesignerin Caro Hill bei der Auswahl des Schnittmusters. Sie arbeitet zwei Tage pro Woche im Nähatelier des Klosters.


















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Caro Hill schneidet den Stoff anhand des Schnittmusters zurecht, bevor sie sich an die Nähmaschine setzt.

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Caro Hill näht das Gewand gerne «im Fluss», an einem Tag. Worin unterscheidet sich ihre Arbeit am sakralen Gewand von jener an der eigenen Kreation?

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Maja Schmid näht von Hand. Auch die externen Mitarbeiterinnen schweigen bei der Arbeit.



















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Das Gewand

Wer den Ausstellungsraum der Paramentenwerkstatt betritt, wähnt sich in einem Haute-Couture-Atelier in Paris. Das fertige Gewand strahlt in seiner ganzen Pracht. Die leuchtenden Farben und schlichten Muster faszinieren. Das Stoffmuster zwischen den Fingern fühlt sich seidig weich an.
Es gibt in der Schweiz ausser im Kloster Fahr nur noch ganz wenige Werkstätten, die diese alte Tradition weiterführen. Die Kundschaft ist bereit, für das edle Textilhandwerk einen angemessenen Preis zu bezahlen. Ein handgewebtes Messgewand kostet im Kloster Fahr zwischen 2500 und 3000 Franken.















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Für Priska Schmid, die Leiterin der Paramentenwerkstatt, ist die persönliche Kundenberatung ein wichtiger Teil des Erfolgsrezepts.

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Im Ausstellungsraum erklärt Priska Schmid, was die Fahrer Paramente so unverwechselbar macht.

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Heilige Hüllen - Die Schönheit und Vollkommenheit dieser Stoffe lässt ahnen, wovon Priska Schmid hier spricht.

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Priska Schmid leitet die Paramentenwerkstatt des Klosters Fahr seit sieben Jahren. Vom Faden zum Gewand ist ein langer Weg, der guter Planung bedarf.

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Konzept, Realisation, Text und Ton:
Liselotte Breyer

Bilder und Projektleitung:
Simone Gloor, derarbeitsmarkt.ch

Gesamtverantwortung:
Robert Hansen, Chefredaktor www.derarbeitsmarkt.ch

Kontakt:
redaktion@derarbeitsmarkt.ch
© «der arbeitsmarkt», Mai 2018




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